In einer Welt voller blinkendem Plastik-Spielzeug, bieten Montessori-inspiriertes Spielzeug und Spielideen für Babys das Gegenmittel mit durchdachten und einfachen Spielsachen und Aktivitäten, die dein Baby ermutigen, die Welt selbstständig zu entdecken.
>>> Lies hier: Ich habe einen Spielzeug-Ratgeber geschrieben für das erste Lebensjahr deines Babys.
Dieser Artikel ist Teil einer mehrteiligen Reihe:
Schaue dir auch die anderen Artikel an, denn dein Baby könnte für einige der Aktivitäten früher oder später bereit sein.
Ab dem 6. Monat steht dir eine neue aufregende Babyphase bevor. Dein Kleines ist aus dem Gröbsten raus und kann es kaum erwarten, seine Umgebung aktiver zu erforschen.
Das bedeutet aber auch, dass dein Baby fordernder wird und du diese Phase nicht verpassen solltest, um wertvolle Lernmöglichkeiten zu schaffen.
Du lernst:
- Was sind die Entwicklungsmeilensteine eines Babys zwischen 6 und 9 Monaten?
- Was spielt ein 6 Monate altes Baby gerne?
- Ist sensorisches Spielen mit einem 6 Monate alten Baby eine gute Aktivität?
Die Entwicklungsmeilensteine eines 6 Monate alten Babys

In der Zeit zwischen 6 und 9 Monaten erlebt dein Baby eine rasante Wachstums- und Entwicklungsphase in vierlei Hinsicht. Das Verständnis dieser Entwicklungsschritte kann dir helfen, die geeigneten Spielzeuge und Aktivitäten zur Unterstützung seines Fortschritts auszuwählen.
Ich habe die Entwicklungsmeilensteine im ersten Jahr deines Babys in diesem Artikel genauer beschrieben. Hier findest du die Kurzversion.
Sensorik
In dieser Zeit ist dein Baby daran interessiert, seine Umgebung durch seine Sinne zu erkunden. Sensorisches Spielen hilft ihm, die Welt um sich herum zu erfahren, zu erfühlen, zu ertasten und zu verstehen.

| Meilensteine | Aktivitäten |
| Unterscheidung verschiedener Texturen, Geräusche, Gerüche | – Einführung verschiedener texturierter Materialien wie Stoffproben oder sensorischer Bretter – Verwendung von Spielzeugen, die unterschiedliche Geräusche erzeugen, wie Rasseln oder Glocken – Aktivität mit Geruchsdosen (s.u.) |
Kognitive Entwicklung
In seiner kognitiven Entwicklung lernt dein Baby das Grundverständnis von Ursache und Wirkung, nämlich dass seine Handlungen seine Umgebung beeindlussen können, sowie Objektpermanenz (es KANN, meine beiden Kinder haben Letzteres später gelernt).
Objektpermanenz bedeutet, zu verstehen, dass Objekte auch dann weiter existieren, wenn es sie weder sehen, noch hören kann. Dies ist ein entscheidender Entwicklungsschritt!
| Meilensteine | Aktivitäten |
| Ursache-Wirkung | – Bereitstellung von Spielzeugen, die auf Handlungen reagieren, z.B. ein Ball, der rollt, wenn er angestoßen wird |
| Objektpermanenz | – Einführung der Objektpermanenzbox (s.u.) – Spielen von Verstecken oder Verbergen von Gegenständen unter einer Decke und das Enthüllen dieser – Peek-a-boo |
Grobmotorik
In dieser Zeit erlangt dein Baby vermutlich einige unvergessliche grobmotorische Fähigkeiten, wie Sitzen ohne Unterstützung, Krabbeln und Stehen.
Sollte dein Baby noch nicht krabbeln, ist das kein Grund zur Sorge, da die meisten Kinder dies erst zwischen dem 9. und 10. Monat tun. Es ist wahrscheinlich, dass dein Baby von der Bauch- in die Rückenlage und umgekehrt rollt. Sobald es diese Bewegungen beherrscht, solltest du besonders aufmerksam sein, denn es könnte bald beginnen, sich durch den Raum zu bewegen.
| Meilensteine | Aktivitäten |
| Sitzen ohne Unterstützung | – Eine wichtige Vorraussetzung ist eine starke Rückenmuskulatur, die du durch Bauchlage-Übungen stärken kannst |
| Krabbeln | – Du kannst das Krabbeln fördern, indem du Spielzeuge außerhalb der Reichweite hinlegst |
| Hochziehen zum Stehen | – Bereitstellen von stabilem Mobiliar oder einer Stange an der Wand zum Hochziehen |
Feinmotorik
Feinmotorische Fähigkeiten betreffen die kleinen Muskeln in Händen und Fingern. Besonders nachdem dein Baby das Sitzen erlernt, wird es die Hände nun frei haben zum Erkunden und schnell lernen, dass es so Dinge am besten erkunden kann.
| Meilensteine | Aktivitäten |
| Greifen von Objekten | – Anbieten von leicht zu greifenden Spielzeugen wie Greifbällen, Ringen, Tüchern |
| Übertragen von Spielzeug zwischen den Händen | – Ineinadergreifende Holzscheiben (s.u.) |
| Beginn der Nutzung des Pinzettengriffs (Daumen und Zeigefinger) | – Einführung von Aktivitäten, die das Aufnehmen kleiner Objekte erfordern, wie ein Ei in einem Eierbecher oder Himbeeren/Heidelbeeren zum Auflesen |
Praktisches Leben
Montessori betont praktische Lebenskompetenzen, selbst Babys können schon in den Alltag von uns Erwachsenen einbezogen werden.
Du kannst dein Kind in einfache Haushaltstätigkeiten einbeziehen, wie z.B. das Abwischen eines Tisches mit einem kleinen Tuch. Natürlich geht es dabei nicht um das Ergebnis, sondern darum deinem Kind die Möglichkeit zu geben dich zu imitieren und die Handlung selbst.
Andere Bereiche: Soziale und emotionale Entwicklung
In Rahmen der sozialen und emotionalen Entwicklung, entwickelt dein Baby eine Bindung zu einer primären Bezugsperson und zeigt Interesse an anderen Menschen.
Ca. um den 6. Monat herum wird dein Baby anfangen, dich und andere bekannte Gesichter zu erkennen. Es wird freudig lächeln, wenn du den Raum betrittst oder es aufhebst.
Du könntest ihm zum Beispiel einen Spiegel anbieten. Es wird sich vermutlich noch nicht selbst darin erkennen, aber trotzdem viel Freude beim Betrachten seines eigenen Spiegelbildes haben.
Dein Kind wird beginnen, mit dir zu “sprechen”, als ob ihr beide eine Unterhaltung führt.
Montessori-inspirierte Spielideen für Babys ab 6 Monaten
Ein 6 Monate altes Baby ist sehr unterhaltsam, da es aufmerksamer, aktiver und interaktiver mit der Welt um sich herum wird als in den Monaten zuvor. Dies ist der perfekte Zeitpunkt, um einfache sensorische Aktivitäten einzuführen, die den Entwicklungsbedürfnissen deines Babys entsprechen.
Dein Baby nimmt zu dieser Zeit mühelos Eindrücke auf, daher kannst du ihm unzählige Möglichkeiten bieten, die Welt um sich herum zu erkunden! Maria Montessori nannte es den „absorbierenden Geist“.
Das bedeutet, dass das Gehirn deines Babys wie ein Schwamm ist, der alles um sich herum aufsaugt! Geräusche, Ansichten, Gegenstände, Sprache, Ordnung und vieles mehr! Link
Dein Baby wird es genießen, praktisch alles zu erkunden, was es greifen und in den Mund bringen kann!
1. Taktile Mobiles für Babys
Während dein Baby in den ersten Monaten überwiegend visuelle Mobiles angeboten bekommen hat, hat es vermutlich in den letzten Wochen (ab ca. 4 Monaten) angefangen danach zu greifen oder zu schlagen. Das ist der Hinweis, dass es bereit ist für taktile Mobiles!

Jetzt mit ca. 6 Monaten ist die vermutlich letzte Zeit für ein taktiles Mobile, das von der Decke oder einem Spielbogen herabhängt. Danach wird dein Kind vermutlich nie wieder friedlich auf dem Rücken liegen bleiben wollen.
Du könntest auch verschiedene Gegenstände für dein Baby aufhängen und sehen, ob es danach greift. Ein elastisches Band hat den Vorteil, dass dein Baby den Gegenstand leicht zu sich ziehen kann.
Typische taktile Montessori-Mobiles sind:
- die Glocke am Band
- Ring am Band
- Montessori Glockenrassel
- Greifperlen
- Greifball
Falls du bereits vorher das visuelle Gobbi-Mobile genutzt hast, kannst du dieses auch niedriger hängen und zum ersten taktilen Mobile deines Babys umfunktionieren. Ich habe dasselbe übrigens auch mit dem Oktaeder-Mobile gemacht, das vor allem mein Sohn so vergöttert hat.


Wenn du nach einem tollen Geschenk zur Geburt suchst, wäre dieses Set an 12 Montessori Mobiles wirklich toll. Es beginnt mit den üblichen 4 Montessori Mobiles (Munari, Oktaeder, Gobbi und die Tänzer), beinhaltet noch weitere beliebte Motive wie die Schmetterlinge und Regenbogen-Farben und geht dann über zu den taktilen Mobiles mit elastischem Band mit einem Glöckchen, einem Holzring und zwei Bällen. Das Glockenmobile ist etwas ungewöhnlicher, ergänzt das Set aber toll durch auditive Stimulation. Du merkst, ich bin ganz verliebt! (Das ist kein Affiliate-Link.)

2. Entdeckerkörbchen zum Erforschen
Eine sehr einfache Aktivität für Babys sind Entdeckerkörbchen bzw. auch Entdeckungskörbe genannt und ab ca. 5 / 6 Monaten geeignet. Dein Baby kann bereits in der Bauchlage einfache Gegenstände erkunden, aber so richtig geht es los, sobald es Sitzen gelernt hat.
Es dürfen 2-5 Gegenstände rein, die dein Kind sicher und selbstständig erforschen kann. Diese Aktivität fördert frühe Entscheidungsfindung und Wahl und unterstützt die Entwicklung der Hand-Augen-Koordination.
Achtung! Stelle sicher, dass die Objekte groß genug sind, um keine Erstickungsgefahr darzustellen. Geeignet sind zum Beispiel: Ein Tuch, eine saubere Haarbürste, ein Schneebesen, …
Babys lieben nämlich verschiedene Materialien, Texturen und Formen. Eine einfache Möglichkeit, ihren Bedarf an diesen verschiedenen Sinneseindrücken zu fördern, besteht darin, verschiedene Dinge in einen Korb zu legen.
Ich habe sie gerne immer thematisch gestaltet, also einen Korb mit unterschiedlichen Texturen (nutze z.B. Stoffproben) oder Farben oder Alltagsgegenstände aus dem Badezimmer, Musikinstrumente, Gesammeltes vom Waldspaziergang. You get it.
Letzteres nennen sich dann “heuristische Körbe” (im Englischen “heuristic basket”) und bezeichnen einfach Körbe mit “echten” Haushaltsgegenständen. Ich fand das immer toll, weil es deinem Kind das “echte” Leben zeigt und es versucht dieses zu begreifen.
Dein Baby kann seine ersten Körbchen bereits liegend in der Bauchlage erkunden, aber so richtig geht’s los, sobald es selbstständiges Sitzen erlernt hat.
Idealerweise präsentierst du dann den Korb in einem niedrigen Regal, damit sie während des Spielens danach greifen können. Manchmal wird der Korb selbst zum Ziel ihrer Neugier! Später auch Körbe mit einem Deckel oder aus Stoff wie z.B. Filz.
3.-5. Bauchlage üben
Um etwa den sechsten Monat herum wird dein Baby auch beginnen, sein Köpfchen etwas länger hoch halten zu können. Jetzt ist die Zeit um fleißig mit ihm die Bauchlage zu üben! Denn dadurch wird die Nacken- und Rückenmuskulatur gestärkt, die es zum Sitzen und Krabbeln brauchen wird.
Natürlich ist das sehr anstrengend für dein Kleines und meist keine sehr beliebte Haltung! Ich habe dem Thema einen gesonderten Artikel gewidmet mit einigen Tipps, wie du es trotzdem zum Üben der Bauchlage motivieren kannst.
Hier sind drei Spielideen für die Bauchlage:
3. Pappbilderbücher oder Knisterbücher für die Bauchlage

Platziere ein Buch oder Leporello auf der Spielmatte vor dein Kind, sodass es den Kopf heben muss, um dieses zu bestaunen.

Diese Bücher sind nicht sehr “Montessori”, da die Tierbilder nicht soderlich realitisch sind (Ausnahme: “Global Babies”). Einfache, kontrastreiche Bilderrbücher wecken die Neugier, aber du kannst zum Beispiel auch ein Leporello aus echten Tierfotos selbst basteln. Meine Tochter liebte ihr Knisterbuch ganz besonders. Alles, was Geräusche macht, lädt zum Erkunden und Erforschen ein.
4. Ein Spiegel, um sich selbst zu betrachten
Babys lieben es, sich im Spiegel zu sehen. Meine beiden Kinder liebten es, ihre Bauchzeit vor einem Spiegel zu verbringen. Ich habe tatsächlich einen gewöhnlichen Spiegel genutzt, aber du kannst auch einen Montessori-Wandspiegel mit Halterung besorgen!
Meiner Erfahrung nach ist die Auswahl bei Etsy die beste vom Preis-Leistungs-Verhältnis. Alternativ finde ich auch dieses Greifpuzzle toll, aber dieses könnte eher 1-2 Monate später eingesetzt werden.


Dieses Montessori-Material kannst du ab der Geburt verwenden und noch lange danach verwenden. Selbst nachdem dein Baby gelernt hat, sich an der Stange hochzuziehen und entlangzulaufen, kannst du den Spiegel für den Ankleidebereich nutzen.
5. Spielsachen oder Alltagsgegenstände zum Erkunden

Im Grunde findet dein Baby alles spannend und wird viel Freude daran haben, nach allem möglichen in seiner Reichweite zu greifen, um es zu erforschen.
Achte lediglich darauf, dass der Gegenstand sicher ist, d.h. nicht zu hart zu Beginn, da dein Baby manchmal sein Köpfchen vor Erschöpfung einfach darauf fallen lassen könnte.
Und in der Montessori-Erziehung beobachten wir unsere Babys ganz genau, um zu entscheiden, was und wo wir den Gegenstand platzieren. Er sollte nicht zu schwer zu greifen sein und so platziert sein, dass sich dein Baby ein kleines bisschen anstrengen muss, um heranzukommen.
Eine gute Reihenfolge könnte zum Beispiel sein: Ein einfaches Tuch (bzw. ich empfehle immer das wunderschöne Regenbogentuch von Sarah’s Silk), dann ein O-Ball, ein Ball mit “Stacheln”, eine leichte Rassel, …
6. Greifbälle (gehäkelt, gestrickt, O-Ball, Manhattan Toy)
Im Alter von ca. 5 bis 7 Monaten kannst du anfangen, deinem Baby weiche Bälle aus gestricktem oder gehäkeltem Material zum Greifen und Erkunden anzubieten. Diese Bälle fördern taktile Exploration von Texturen und Gewicht und fördern somit die sensorische Entwicklung und unterstützen die frühe grobmotorische Bewegung.
Auch toll zum Start ist der gelbe Ball mit “Stacheln” aus dem Set mit den sensorischen Bällen, weil sich dieser leichter greifen lässt, sowie ein O-Ball oder etwas später das Manhattan Toy (weil dieses etwas schwerer ist und dein Baby daher mehr Kraft dafür braucht).

Du kannst die Bälle an einem Band vom Mobile hängen lassen, in einem Korb im Regal (nicht zu viele auf einmal) oder einfach auf dem Boden präsentieren.
Ab ca. 7/8 Monaten ist es auch eine tolle Aktivitäten ein Tuch – ich empfehle Play Silks oder Jongliertücher – in einen O-Ball zu strecken. Dein Kleines wird viel Freude daran haben, dieses vorsichtig wieder herauszuziehen und dadurch seine Feinmotorik üben.
Eine Alternative dazu ist es, Jongliertücher aneinander zu binden und in eine Plastikflasche mit einer etwas größeren Öffnung reinzustecken. Wenn du einen kleinen Zipfel herausschauen lässt, wird sich dein Baby sofort daran machen, auch den Rest aus der Flasche herauszuziehen.
7. Zylinder mit Glocke (Rollende Glöckchenwalze)

Ab etwa 6 bis 8 Monaten kannst du deinem Baby ein zylinderförmiges Spielzeug mit einer Glocke darin, die klingelt, wenn es bewegt wird, anbieten. Dieses Spielzeug ermutigt dein Kind, danach zu greifen, fördert sowohl grobmotorische Fähigkeiten als auch auditive Stimulation.
Bei Montessori-Familien ist es besonders beliebt in der Phase, wenn dein Baby kurz davor ist loszukrabbeln (es geht auf die Hände und Knie und schaukelt sich vor und zurück) und noch einen kleinen Impuls braucht. Indem der Zylinder nämlich beim Wegwollen klingelt, weckt es die Neugier und Lust hinterherzukrabbeln.
8. Ei in einem Eierbecher / Becher mit Ball

So zwischen 7 und 9 Monaten kannst du deinem Kind sein erstes “Puzzle” anbieten, nämlich das hölzerne Ei (alternativ Holzball) im Eierbecher.
Ein Ei und ein Eierbecher aus Holz mögen auf den ersten Blick einfaches Spielzeug sein, doch für Babys sind sie äußerst spannend. Dieses Spielzeug fördert die Fähigkeit deines Babys, beide Körperseiten gleichzeitig zu benutzen – eine grundlegende Fertigkeit, die später beim Anziehen von Bedeutung ist.
Durch das wiederholte Spiel mit Ei und Eierbecher erlangt dein Baby wertvolle Erfahrung im beidseitigen Gebrauch der Hände, was die Kommunikation zwischen den beiden Gehirnhälften unterstützt und beschleunigt.
Zu Beginn wird dein Baby vermutlich nur Ei und Eierbecher gegeneinander schlagen. Auch dabei nutzt es bereits beide Körperseiten. Im nächsten Schritt kann es versuchen, das Ei aus dem Becher zu holen und schließlich, es wieder hineinzustecken. Zeige deinem Baby, wie man das Ei in den Becher steckt und wieder herausnimmt.
Gib deinem Baby das Ei in eine Hand und den Eierbecher in die andere, und ermutige es, die beiden Objekte zusammenzubringen. Du kannst dich hinter dein Baby setzen oder stellen und seine Hände führen, um ihm zu helfen.
Das Ei im Eierbecher ist etwas leichter zu greifen als der Ball und wird daher eher präferiert. Wenn du möchtest, kannst du deinem Kind aber auch beides nacheinander anbieten, um den Schwierigkeitsgrad zu steigern.
9. Die Objektpermanenz-Box

Im Alter von ca. 8 Monaten kannst du den Montessori-Liebling, die Objektpermanenz-Box, einführen. Es ist eine rechteckige Box mit angebrachtem Tablett und einem Ball, den dein Baby durch ein Loch stecken kann. Diese Aktivität fördert gezieltes Loslassen und Greifen, lehrt gleichzeitig Objektpermanenz und verbessert feinmotorische Fähigkeiten.

Wenn sich dein Kind mit dieser Aktivität leicht tut, kannst du auch den etwas schwierigeren Münzkasten einführen.

Du musst übrigens nicht zwingend eine Objektpermanenz-Box kaufen, sondern kannst ganz easy eine aus einem Schukarton basteln.
10. Eine sichere Treppe
In der Zeit zwischen dem Krabbeln und dem sicheren Gehen, also ab etwa 8/9 Monaten, darfst du deinem Baby auch das Üben des Auf- und Absteigens erlauben. Selbstverständlich nur unter Aufsicht und mit einem Geländer, kann dein Baby durch das hoch- und runterkrabbeln Raum, Balance und Muskelkraft erforschen.
11. Einen Stapelturm
Etwa ab 7-9 Monaten wird dein Kind auch viel Gefallen an einem Stapelturm finden, mit dem es vor allem die Hand-Auge-Koordination üben kann. Je nach Fähigkeiten gibt es mehrere Schwierigkeitsgrade:
- Nur die Holzbasis und 2-3 Holzringe: Die Holzringe lassen sich einfacher greifen und auffädeln und bieten daher einen leichten Einstieg.
- Die Holzbasis mit Scheiben: Ich habe meinem Sohn den wunderschönen Regenbogen Stapelturm von Grimm’s angeboten, aber es tat sich lange damit schwer, die großen Scheiben zu greifen und das recht kleine Loch einzufädeln. Meine Tochter hat den Stapelturm von Raduga Grez und konnte ihn mit bereits 9 Monaten vollständig selbstständig auseinander- und aufbauen, weil es weniger Scheiben sind und die Löcher wesentlich größer.
- Optional eine wackelige Holzbasis: Einen Schwierigkeitsgrad dazwischen liegt eine unebene Holzbasis, die sich bewegt und dadurch auch eine tolle Herausforderung bieten kann.
12. Musikinstrumente
Für die sensorische Entwicklung deines Babys kannst von Geburt an Musikinstrumente einführen, aber etwa in diesem Alter wird dein Baby anfangen, die Rasseln bewusst selbst zu schütteln. Das fördert nicht nur die Grobmotorik, sondern auch das Verständnis von Ursache und Wirkung.
Ich habe meinem Sohn zwei Maracas angeboten von einem Musikinstrumente-Set, das ich bei einem Lidl-Angebot gekauft hatte, sowie eine ähnliche Rassel wie diese aus einem Weltladen.
Mit meiner Tochter waren wir in dieser Phase auf Reisen und daher hat sie eine Art DIY-Shaker gebastelt bekommen aus einer kleinen Plastikflasche, die ich zu einem Drittel mit Reis gefüllt habe.
13. Die Montessori Spinntrommel
Das ist ein Montessori-Spielzeug mit dem ich bereits bei meinem Sohn sehr geliebäugelt habe, aber erst bei meiner Tochter gekauft habe und wir fanden es beide toll.

Meine Tochter hat die Spinntommel mit 9 Monaten bekommen, aber du kannst sie viel früher, eher ab 5 oder 6 Monaten einführen. Wenn dein Baby sie bewegt, dreht sie sich nicht nur, sondern es klingelt ein Glöckchen darin. Meine Tochter fand das sehr faszinierend.
14. Windeln wechseln oder andere praktische Übungen
Du bist sicherlich überrascht hier etwas vom Windeln wechseln zu lesen inmitten von Spielzeug- und Spielideen für Babys, aber in der Montessori-Erziehung spielen praktische Übungen des alltäglichen Lebens und dazu gehört auch Körper- und Selbstpflege dazu, eine sehr wichtige Rolle.
Ich habe diese Aktivität exemplarisch für viele andere hinzugenommen, um dir zu veranschaulichen, dass es für dein Baby keinen Unterschied zwischen Spielen und vermeintlich praktischen Aktivitäten der Pflege oder des Haushaltes gibt. Für dein Baby ist alles gleichermaßen interessant und es möchte aus einer inneren Motivation heraus ein Teil davon sein und nützlich sein.
Das heißt, du kannst Tätigkeiten wie Windeln wechseln, Füttern, Baden, An- und Umkleiden als Möglichkeit zum Lernen und zum Festigen eurer emotionalen Bindung nutzen.
Das mag seltsam klingen, aber dein Baby kann tatsächlich am Windelwechsel teilnehmen! Du kannst es daran beteiligen, indem du grundsätzlich deine Handlungen etwas langsamer und bedachter vollführst und dabei beschreibst, was du tust bzw. als Nächstes tun wirst.
Dein Baby sieht dich die Wickelunterlage herausnehmen und auf den Boden legen und wie du nach der neuen Windel und den Tüchern greifst. Du kannst das sowas sagen wie: „Ich werde dich jetzt auf den Boden legen und deine Windel wechseln, bist du bereit?“ Du wirst überrascht sein, dass du häufig eine Reaktion bekommst.
Du kannst es um Hilfe bitten, indem es die Windel halten soll oder den Po beim Wickeln kurz anheben.
Falls dein Kind beim Wickeln oder anderen Aktivitäten eher quengelig ist, solltest du das auf jeden Fall ausprobieren. Du wirst staunen, wie viel entspannter und kooperativer dein Kleines dadurch wird!
15. “Hilfe” beim Kochen
Nimm dein Baby mit, während du eine Mahlzeit zubereitest. Babys lieben es, zu beobachten, was um sie herum passiert. Dein Kleines wird alle Geräusche genießen, die du in der Küche machst, vielleicht ist es die Pfanne, die auf den Herd gestellt wird, oder das Wasser, das läuft, oder der Klang des Bestecks, das weggeräumt wird! Entweder habe dein Baby in seinem Hochstuhl sitzen und zuschauen oder trage es in einer Babytrage.
16. Babyschwimmen
Die meisten Babys lieben Wasser, meine beiden Kinder jedenfalls haben das Babyschwimmen von Klein auf geliebt! Wasser ist ihnen vertraut, es kann beruhigend sein und bietet eine ganz neue sensorische und grobmotorische Erfahrung für ihren Körper. Ich habe Baby-Schwimmkurse besucht, weil ich einen festen Termin gebraucht habe, aber viele Schwimmbäder bieten auch eine Einführung mit einigen Handgriffen an und ab da, kann man jederzeit und flexibel alleine mit dem Baby schwimmen gehen.
Man kann eigentlich schon früher beginnen, ab ca. 3 Monaten, wenn dein Kleines das Köpfchen halten kann. Aber ab 6 Monaten ist es auch eine schöne gemeinsame Aktivität, um mal aus dem Haus rauszukommen.
17. (Klassische) Musik hören
Klassische Musik ist nicht zwingend anderen Musikrichtungen überlegen, hat aber (meist) einen sehr entspannenden Effekt auf dein Kind. Ich höre gerne diese Playliste auf Spotify.
In der Montessori-Erziehung spielt Musik jedenfalls eine große Rolle und kann schon vor der Geburt eingeführt werden.
Du könntest eine dieser Aktivitäten mit klassischer Musik im Hintergrund durchführen! Du könntest alle diese Aktivitäten noch einmal durchgehen, während du klassische Musik spielst, und sehen, ob es ein anderes Erlebnis schafft.
Montessori-Regale für 6-9 Monate
Lass dich von den Regalen anderer Montessori-Familien inspirieren. Aber vergiss nicht: Jedes Kind ist einzigartig, entwickelt sich in seinem eigenen Tempo und hat seine eigenen Interessen. Folge deinem Kind, nicht irgendwelchen Bildern im Internet. Diese sollen nur zur Inspiration dienen und ich werde diesen Abschnitt mit der Zeit erweitern.
Montessori-Regale für Babys 8 Monate

Von links oben nach rechts unten: Schwarz-weißes Holzbilderbuch, Entdeckerkorb mit Filzball, Bohnensäckchen und Holzwürfel, Kreis-Greifpuzzle, Objektpermanenzbox, Montessori Spinntrommel.

Von links oben nach rechts unten: Tellerständer mit 3 Pappbilderbüchern, Korb mit laminierten Fotos von Familienmitgliedern, Korb mit rollender Glöckchenwalze, Montessori Spinntrommel, Korb mit Bällen aus unterschiedlichen Texturen, Objektpermanenzbox.
Montessori-Regale für Babys 9 Monate

Von links oben nach rechts unten: Pappbilderbuch mit fotografischen Tierbildern und passende Schleich-Figuren, Stapelbecher, Holzmännchen zum Sortieren, Xylophon mit Farbkodierung, zwei Holzwürfel, kleiner Topf mit Deckel.
Dieses Montessori-Regal wurde für ein 9-Monate altes Baby zusammengestellt, dass aktuell am liebsten eine Sache in eine andere Sache steckt, z. B. ineinander schachtelt oder Dinge in Behälter oder in seinen Wagen legt oder einen Gegenstand auf einen anderen „stapelt“.
Abschließende Gedanken
Dies ist keineswegs eine vollendete Liste an Montessori Spileideen für Babys, es gibt unzählige Dinge, die du tun könntest, um die physischen, emotionalen und sozialen Bedürfnisse deines Babys zu fördern.
Bei der Auswahl von Materialien und Aktivitäten für dein Kind empfehle ich, deinem Kind zu folgen. An welchen Fähigkeiten arbeitet es? Zu welchen Materialien fühlt es sich hingezogen? Viele Montessori-inspirierte Aktivitäten sind entwicklungsorientiert, sodass du dich zwar gut an anderen gleichaltrigen Kindern orientieren kannst, aber manchmal ist es eben nicht immer der Fall.
Wenn du dir die Zeit nimmst, dein Kind zu beobachten und es bei dem zu unterstützen, was seine Neugierde weckt und seine Bedürfnisse befriedigt, wirst du sehen, wie es auf natürliche und unglaubliche Weise aufblüht und wächst.
Es geht nicht darum, das perfekte Montessori-Shelfie zu haben oder die Vorzeige-Mom zu sein, die ein Baby-Einstein-Curriculum abarbeitet, sondern darum eine schöne, anregende und bedeutsame Zeit mit deinem Baby zu gestalten. Und ich hoffe, dass dir diese Spielideen für Babys dabei helfen können.
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