Wenn du dich in die Montessori-Pädagogik einliest, wirst du immer wieder auf einige Maria Montessori Zitate treffen. In diesem Artikel möchte ich fünf der wichtigsten Zitate von Montessori und ihre Bedeutung vorstellen. Und zeigen, wie sie uns helfen, bessere Eltern zu sein.
Für mich, sind sie zu Mantras geworden, die ich mir immer wieder in Erinnerung rufe und die mir in besonders schwierigen oder hitzigen Situationen weiterhelfen.
Key Takeaways
- Maria Montessori Zitate sind eine Inspiration für unseren Familienalltag
- Was sie bedeuten und wie sie unseren Alltag als Eltern vereinfachen

“Hilf mir, es selbst zu tun”
Das berühmteste Maria Montessori Zitat drückt den Wunsch des Kindes aus, seine Fähigkeiten und seine Autonomie zu entwickeln, ohne ständig bevormundet zu werden. Ich liebe es!
Für mich ist es eine Art Mantra, das ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen muss. Denn wenn die Kinder noch so klein sind, müssen sie alles erst noch lernen. Klar, durch Beobachtung, aber hauptsächlich durch Ausprobieren.
Und klar, denke ich schon oft: “Komm, ich mach’s schnell selbst.” Aber auf Dauer bringt es weder die Kids, noch mich weiter. Plötzlich sind 4 Jahre rum und Kind Nr.1 schreit immer noch vom Klo rüber: Mama, Popo putzen.”
Wir versuchen uns an dieses Zitat von Maria Montessori zu halten, indem wir unseren Kindern den Raum zum Selbermachen geben und Extrazeit einplanen, um sich selbst anzuziehen, zu essen, zu spielen, etc.
Pro Tipp: Wenn beim “Selbermachen” etwas verschüttet werden kann, einfach schon Lappen und Besen bereit halten. Ich habe diesen Trick von der Montessori-Pädagogin Simone Davies gelernt und kann seitdem viel entspannter sein.
Wir haben das Haus so eingerichtet, dass alle alltäglichen Hilfsmittel, ihrer Größe und ihrem Entwicklungsstand entsprechen (siehe nächstes Zitat), und helfen ihnen nur dann, wenn sie darum bitten oder wenn es wirklich notwendig ist.
Für uns Eltern bedeutet dies, dass wir weniger Zeit und Nerven darauf verwenden müssen, ständig einzugreifen und zu kontrollieren, und stattdessen mehr Zeit haben, um unsere Kinder bei ihrer Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen.
Die Kinder sind selbstständiger und selbstbewusster. Meine ultimative Hoffnung, ist, dass sie dadurch Selbstwirksamkeit verinnerlichen.

“Nicht das Kind sollte sich der Umgebung anpassen, sondern wir sollten die Umgebung dem Kind anpassen.”
Dieses Maria Montessori Zitat betont die Bedeutung, die Umgebung eines Kindes optimal an seine Bedürfnisse und Interessen anzupassen, damit es sich bestmöglich entfalten kann.
Maria Montessori spricht auch immer wieder von einer “vorbereiteten Umgebung”.
Wir haben unsere Wohnung und das Kinderzimmer kindgerecht gestaltet, beispielsweise mit niedrigen Regalen, Hockern und Spiegeln. Dabei ist es wichtig, die richtige Balance zwischen Freiheit und Sicherheit zu finden, damit sie ihre Umgebung sicher und selbstständig erkunden können.
>>> Lies hier: Was ist eine vorbereitete Umgebung und eine Checkliste auf welche Elemente du achten solltest.
Wir Eltern müssen weniger aufpassen und beobachten unsere Kinder nicht die ganze Zeit, da die Umgebung gut vorbereitet ist. Mein Sohn (und nun hoffentlich auch meine Tochter) konnte sich schon früh frei bewegen, die Umgebung erkunden und einige Dinge schon selbstständig erledigen.
In der Montessori-Pädagogik spielt auch der Respekt vor den Fähigkeiten und Bedürfnissen des Kindes eine große Rolle. Indem wir eine Umgebung schaffen, die unser Kind in seiner Entwicklung unterstützt, zeigen wir ihm, dass wir seine Individualität wertschätzen und respektieren.
Uns war es wichtig, ihm qualitativ hochwertige Spielzeuge zur Verfügung zu stellen, die seine Kreativität und sein logisches Denken herausfordern, wie z.B. Montessori-Spielzeug, Puzzle oder Bauklötze.
Das hat immens zu seinem Selbstvertrauen beigetragen und man hat richtig gesehen, wie gut es ihm tat, bei vielen alltäglichen Dingen im Haus zu helfen. Er ist nun zwar 4 Jahre alt (und die Zeiten vorbei), aber die Selbstständigkeit ist geblieben.

“Das Spiel ist die Arbeit des Kindes.”
Dieses Zitat von Maria Montessori unterstreicht, dass das Kind am besten durch eigenständiges Spielen lernt und dass sein innerer Antrieb dabei entscheidend ist.
Ich erinnere mich noch gut, an eine Situation mit meinem Sohn. Ich hatte meinem Kollegen ein Video von meinem Sohn spielend unter seinem Spieltrapez gezeigt und Rihannas “work, work, work” aufgesagt. Mein Kollege lachte sich schlapp, obwohl es mein voller Ernst gewesen war.
Kinder erkunden die Welt spielend und erlernen alle ihre Fähigkeiten im Spiel. Dieses Montessori-Zitat erinnert mich immer wieder daran, das ernst zu nehmen und meinen Kindern ausreichend Zeit zum Freispiel frei zu halten.
Wenn mein Sohn mir einen Matschkuchen backt, denkt er an all die Zutaten, die in einen echten Teig gehören (zermahlene Kreide wird zu Puderzucker), muss er die perfekte Konsistenz treffen, damit er nicht flüssig zerläuft, formt mit den Händen und schmückt den Kuchen mit Blumen und Dingen, die er im Garten schön findet.
Dann ist er voll “im Flow” und arbeitet freudig-kreativ-konzentriert an diesem Kunstwerk an Matsch-Backkunst. Wie froh, bin ich dann, wenn wir an solch einem Nachmittag nichts anderes vorhaben und ich mich mit einem Kaffee und dem Baby daneben auf die Terrasse setzen kann.
Maria Montessori schenkt dem Spiel der Kinder viel Wertschätzung, es soll nicht einfach unterbrochen werden. Wir Erwachsenen sollen am Besten gar nicht in die Spielaktivitäten eingreifen und das Kind, selbst entscheiden lassen, wie es spielen möchte.
Unsere Aufgabe ist mit der vorbereiteten Umgebung erstmal erfüllt. Danach dürfen wir einfach nur beobachten. Indem wir unseren Kindern Raum für ihr Engagement geben und sie frei wählen lassen, zeigen wir ihnen, dass wir ihre Persönlichkeit und Entscheidungen respektieren.
Das Kind lernt, sich nicht nur auf das Spielen zu konzentrieren, sondern auch auf seine Umgebung – und kann so seine Bildung und sein Wissen erweitern.
Und wir Eltern können uns entspannen, Zeit für uns selbst zu nutzen oder natürlich dem Spiel unseres Kindes folgen und mitmachen. Für unser Familienleben jedenfalls ein Win-Win!

“Der Lehrer muss passiv werden, damit das Kind aktiv werden kann.”
Dieses Maria Montessori Zitat bringt zum Ausdruck, dass der Lehrer (oder die Eltern) nicht der Hauptakteur im Lernprozess des Kindes sein sollte(n), sondern lediglich Beobachter und ein Begleiter. Es bedeutet, dass wir als Eltern lernen müssen, uns zurückzunehmen und unseren Kindern den Raum zu geben, ihre eigenen Erfahrungen zu machen und ihr Wissen selbstständig aufzubauen.
Ich liebe dieses Montessori Zitat. Es hat mir von Anfang an, “die Erlaubnis erteilt” meinen Sohn einfach nur beim Erkunden und Spielen zu Beobachten und nicht immerzu ihn zu unterhalten oder seine Spielgefährtin zu sein.
Auch bin ich nicht enttäuscht, wenn er an Dingen, die ich toll finde (oder selbst als Kind toll gefunden HÄTTE) kein Interesse zeigt.
Im Alltag halten wir uns mit Anweisungen zurück, wie er etwas zu tun hat und lassen ihn ausprobieren (nach dem x-ten Mal Klopapier ausrollen, reichts dann natürlich auch).
Wenn sich mein Sohn bei einer Aufgabe schwer tut, dann eile ich nicht gleich hinzu, um es für ihn zu erledigen, sondern beobachte und warte. Ich bin präsent und bereit zu helfen, aber erst, wenn er mich darum bittet oder es wirklich notwendig wird. Das kostet mich schon Überwindung, denn geduldig abzuwarten, fällt mir schwer.
Anstatt unser Kind ständig zu kontrollieren und ihm genau zu sagen, was es tun soll, stellen wir Fragen oder geben Impulse, um sein Interesse zu wecken oder seine Reflexion zu fördern.
Zum Beispiel löse ich Interessenskonflikte nicht indem ich sage, dass wir es jetzt so machen wie ich will, sondern ich frage: “Wie können wir unser Problem lösen? Du möchtest A, ich möchte B. Hast du einen Vorschlag?”
Die Vorteile dieser Herangehensweise liegen auf der Hand: Unser Sohn wird zum eigenverantwortlichen Lerner, der seine eigenen Ziele und Strategien entwickelt. Er wird nicht von äußeren Belohnungen oder Bestrafungen abhängig (natürlich geht’s nicht 100% ohne) und gewinnt Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit.

“Wenn du ein Kind zu oft kritisierst, wird es lernen, über Andere zu urteilen. Wenn du es lobst, wird es lernen, wertzuschätzen.”
Unsere Kinder sind sehr empfänglich für unsere Worte und die Haltung der Erwachsenen. Wenn sie ständig kritisiert werden, werden sie ein negatives Selbstbild und eine negative Einstellung gegenüber anderen entwickeln. Wenn sie regelmäßig gelobt werden, werden sie ein positives Selbstbild und eine positive Einstellung gegenüber anderen entwickeln.
Dieses Zitat ist für mich eines der wichtisten Montessori Zitate! Wir sollten es eigentlich auf ein Post-it schreiben! Seit der Geburt unserer Tochter, ist der 4-jährige große Bruder wilder, frecher, tollpatschiger, lauter. Da verfallen wir öfters ins Ermahnen und Schimpfen, er solle dies und das nicht tun, es solle doch besser aufpassen, rücksichtsvoller sein, mitdenken, und überhaupt.
Nur leider bringt das überhaupt nichts. Als mein Sohn irgendwann sagte: “Jaja, immer nur Schimpfen.” hielten wir inne. Am Abend machten wir Eltern dann aus, nicht mehr jeden Essensrest, der auf den Boden fällt, zu kommentieren und in Summe “cool zu bleiben”.
Stattdessen loben wir jede Art von positiven Dingen. Wenn er daran gedacht hat, nach dem Klogang zu spülen und ohne Erinnerung die Hände zu waschen. Wenn er bei der letzten Familienfeier sich benommen hat und NICHT negativ aufgefallen ist. Und wenn er höflich fragt, bevor er sich beim Abendbrot die letzte Salami nehmen kann.
Was soll ich sagen? Das funktioniert viel besser – für uns alle. Es ist auch für uns schöner, nicht so sehr auf die Fehler oder Schwächen unseres Kindes zu achten, sondern seine Stärken und Erfolge hervorzuheben.
Ich gebe meinem Sohn auch weiter konstruktives Feedback. Das ihm hilft, sich zu verbessern, ohne ihn zu verletzen oder zu entmutigen. Das tue ich dann meist unter vier Augen oder flüsternd.
Außerdem drücke ich Anerkennung und Wertschätzung für seine Bemühungen aus. Zum Beispiel, wenn etwas verschüttet wurde, obwohl er jetzt nicht wild herumgefuchtelt hat. Dann sage ich sowas wie: “Macht nichts. Du hast alles richtig gemacht und trotzdem passiert manchmal ein Missgeschick.”
Meinem Sohn tut das gut und es baut hoffentlich sein Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen auf. Es soll lernen, sich selbst und andere zu respektieren und zu schätzen.
Gleichzeitig haben wir als Eltern eine liebevollere und verständnisvollere Beziehung zu unserem Kind, was uns helfen kann, besser auf seine Bedürfnisse und Entwicklung einzugehen.

Maria Montessori Zitate
Eigentlich sind diese Montessori Zitate total simpel. Sie aber im Alltag zu leben, kann manchmal schon eine ziemliche Herausforderung sein. Für mich war es jedenfalls hilfreich, diesen Artikel zu schreiben und mir dadurch nochmal den Spiegel vor Augen zu halten (vor Allem, die Sache mit dem Kritisieren). Ich hoffe, dir helfen sie auch weiter. Wenn ja, lass es mich wissen! Welche sind deine liebsten Montessori Zitate?
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